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Fotografie

Alun Be

Alun Be
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Eine fotografische Darstellung der afrikanischen Moderne

Afrika strebt nicht mehr danach, modern zu sein, das ist bereits geschehen. Es ist die Moderne, die danach strebt, afrikanisch zu sein.

Alun Be

Alun Be ist ein autodidaktischer Fotograf aus Westafrika, der in seiner Arbeit vorherrschende Vorstellungen vom afrikanischen Kontinent aufbrechen möchte. In der Fotoserie „Edification“ erforscht der Künstler die Auswirkungen von Technologie auf afrikanische Gesellschaften. Er lädt ein zu einem offenen Diskurs über das Schicksal der Menschheit und drängt zu einer Konfrontation mit der imposanten Natur von moderner Technologie, deren Auswirkungen in technologisch weniger durchdrungenen Teilen der Welt oft stärker zu spüren sind.

„Edification“ ist eine Fotoreihe, in der Kinder an unbestimmten Orten in Afrika mit einer Virtual Reality Brille dargestellt werden. Diese Art von tragbarer Technologie ist in der Lage, einen Ort aus der Welt des Betrachters zu simulieren – weit entfernt von der Realität der Personen, die die Brille tragen. Für Alun Be stellt die Virtual Reality Maske eine zeitgenössische Version der traditionellen dekorativen oder zeremoniellen Maske dar, die in afrikanischen Gesellschaften in zahlreichen Variationen getragen wird.

Die Maske ist ein Geist, der sich mit der Idee der unsichtbaren Welt beschäftigt. Sie offenbart die Spannung zwischen dem, wer wir sind, und der Art und Weise, wie wir dargestellt werden

Alun Be

Auf seiner Website schreibt Alun Be über sich selbst:
Alun Be ist ein Künstler, der sich um die Darstellung der afrikanischen Moderne bemüht. Geboren als Alioune Ba 1981 in Dakar, Senegal, schreibt Be die Entwicklung seines Werkes weitgehend seiner französischen, amerikanischen und westafrikanischen Erziehung zu. Seine Fotoserien befassen sich weitgehend mit Intergenerationalität, weiblichem Empowerment und Technologie.

Und weiter:

Ich gehöre zu einer neuen Generation autodidaktischer Fotografen aus Westafrika, die im Kern den Wunsch haben, der Welt innerhalb unserer eigenen Darstellungsweisen ein neues Fenster zur Kreativität des afrikanischen Kontinents zu bieten. Meine Fotografien nutzen die Nuancen unserer Kulturen, um die Selbstwahrnehmung des Betrachters tiefgreifend zu beeinflussen. Ich verwende den Kontrast als gemeinsamen Nenner unserer Lebensweisen und als Mittel, um Stereotypen und Regeln, die unser gesellschaftliches Verhalten bestimmen, in Frage zu stellen. Mein Ausdrucksmedium gibt mir die Fähigkeit, die Welt auf hyperrealistische Weise einzufangen, und doch ist es flink genug, um das Bewusstsein dessen, was man für real hält, zu transformieren. Ich ertappe mich dabei immer wieder dabei, wie ich jene Aspekte erforsche, die oft verborgen oder falsch dargestellt werden, wobei ich mich oft auf den Abbau von Stereotypen konzentriere oder die unsichtbare Seite der Medaille beschwöre. Meine Kunst drückt das Unerwartete aus; sie enthüllt den Blickwinkel, aus dem wir die Welt nicht sehen.

Aus Edification, © Alun Be

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Literatur

Die Spur des Bienenfressers

Die Spur des Bienenfressers
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Ein ghanaischer Krimi der Extraklasse

Sonokrom, ein Dorf im Hinterland Ghanas, hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Hier spricht man noch die Sprache des Waldes, trinkt aphrodisierenden Palmwein und wandelt mit den Geistern der Vorfahren. Doch eine verstörende Entdeckung und das gleichzeitige Verschwinden eines Dorfbewohners stören die ländliche Ruhe…

Für alle Krimifans haben wir heute einen besonders schönen Tipp: „Die Spur des Bienenfressers“ von Nii Parkes. In einem Dorf in der Nähe von Accra entdeckt eine junge Frau durch Zufall einen knochenlosen Haufen menschlicher Überreste. Da sie die Geliebte eines Ministers ist, schalten sich sofort höhere Beamte ein, die den Fall so schnell wie möglich lösen wollen. Kayo, ein junger Mann, der in einem biochemischen Institut in Accra arbeitet, aber eine Kriminaltechnik Ausbildung in Großbritannien absolviert hat, soll den Fall aufklären. Da sein Chef ihm hierfür allerdings nicht freigeben will, verhaftet die Polizei Kayo kurzerhand und schickt ihn zur Spurensicherung nach Sonokrom.

Inspektor Donkor lächelte. „Haben Sie sich CSI angeschaut?“ „Ja.“ „Das sind Sie.“ Er warf Kayo einen bedeutungsschwangeren Blick zu. Kayo runzelte die Stirn, immer noch perplex. „Ich hörte, Sie sind Kriminaltechniker.“ „Ja, bin ich.“ „Also, wir haben da einen Fall in einem Dorf in der Nähe von Tafo, bei dem wir Ihre Hilfe benötigen. Wir hätten uns gar nicht erst damit abgegeben, aber der Verkehrsminister schläft mit einer Tussi aus Tafo. Sie hat irgendwelche menschlichen Überreste entdeckt, und der Minister hat mich höchstpersönlich angerufen und gebeten, ein paar Leute dorthin zu schicken. Und jetzt will er Ergebnisse sehen.“ Der Inspektor klopfte mit dem Mittelfinger auf den Tischrand, als würde er Sekunden zählen. „Das Interesse des Ministers bedeutet eine gute Gelegenheit, sich befördern zu lassen. Und nicht nur eine Beförderung, auch Sonderzulagen sind die Lebensader des öffentlichen Dienstes. Unsere offiziellen Gehälter sind ein Witz.“ Er lachte herzhaft. Kayo war überrascht, wie melodiös sein Lachen klang. Wider Willen musste er lächeln.

Zwischen den in Sonokrom einfallenden Polizeibeamten aus der Hauptstadt und den bisher von Polizeigewalt verschonten und deswegen eher gleichgültigen Dorfbewohner:innen kommt es zu Reibungen: die Polizisten halten sich nicht an die Regeln des Anstandes und des Respektes und erhalten daher auch keinerlei Informationen. Kayo gelingt es, mit viel Feingefühl für die alten Sitten und die Bedeutungswelt der Menschen aus Sonokrom sein gesammeltes Beweismaterial durch die Geschichten und Mythen des Dorfes zu deuten.

Schriftsteller mit Hut
Nii Parkes,© Marianne San Miguel

Der junge Kriminaltechniker Kayo und der alte Jäger Opanyin Poku sind die zwei sich im Buch abwechselnden Narrative und stehen laut Nii Parkes symbolhaft für das Nebeneinander aus Sprachen, Kulturen und Bedeutungswelten von Menschen in afrikanischen Ländern und das Aufeinandertreffen von postkolonialem Stadtleben mit dem ‘außerkolonialen’ Landleben, wie Parkes es nennt. Die Leserin, die zu Beginn der Geschichte wahrscheinlich ihre ganze Hoffnung für die Lösung des Falls in Kayos moderne Kriminaltechnik legt, versinkt mit ihm zusammen mehr und mehr in die entschleunigte und idyllische Welt Sonokroms, die voller Mythen und Geschichten steckt.

Oduro löste den Knoten in dem Tuch, das er sich um die Hüften gebunden hatte, und zog ein Fläschchen aus Holz hervor. „Da.“ Er hielt es über Kayos Kalebasse. Kayo runzelt die Stirn. „Was ist das?“ „Etwas aus der Rinde von Hwema. Macht den Wein stärker.“ Der Medizinmann schüttete zwei Tropfen in seine Kalebasse, nahm einen Zug und schmatzte mit den Lippen. Kayo hielt Oduro seine Kalebasse hin, um etwas davon abzubekommen, rührte seinen Wein mit dem Finger um und trank. Er wartete bis das, was er getrunken hatte, von seinem Magen aufgenommen war, und fühlte zuerst eine angenehme Schwere und dann die eigentliche Wirkung. Er fuhr sich langsam mit der Zunge über die Lippen. „Vater Oduro, das schmeckt wirklich prima! Heizt richtig ein!“ Oduro lehnte sich über den Tisch, packte Kayo an den Schultern und grinste. „Es ist auch ein Aphrodisiakum.“ Er lachte, bis er am ganzen Körper bebte und mit ihm auch Kayos Schultern. Das Gelächter wurde immer stürmischer und ansteckender und überwältigte schließlich auch Kayo. Er spürte, wie ihm plötzlich schwindelig wurde. Die Schatten im Raum schienen größer zu werden und mitzulachen, der Duft der Buschfleischsuppe breitete sich aus und kitzelte Augen und Gaumen mit seinen pfeffrigen Fingern. Schließlich hatte Kayo das Gefühl, mit Oduro zusammen im Raum zu schweben und auf die Kalebassen, die Menschen, die Suppentöpfe hinunterzublicken, die sich in einem Wirbel von Farben und Formen auflösten. Von draußen war ein fernes melodisches Xylophon zu vernehmen, dessen Töne vom Wind getragen wurden und wie ein Zauber die Nacht zu durchschneiden schienen.

Neben Parkes humorvollem Grundton und der liebevollen Beschreibung seiner Charaktere ist das Besondere an seinem Roman die Auflösung des Falles, die wir hier natürlich nicht verraten wollen, die einen aber zum Nachdenken bringt über den eigenen Wahrheitsbegriff und die Implikationen, die dieser für das eigene Leben hat. Als die Situation immer unfassbarer wird, müssen Kayo und sein Ermittler einsehen, dass westliche Logik und politische Bürokratie ihre Grenzen haben.

Der Jäger seufzte. „Für Sie ist das vielleicht die Geschichte, die Sie brauchen. Aber ob es die Wahrheit ist, kann ich nicht sagen. Ich habe einfach nur erzählt. Man muss sich auf dieser Welt genau überlegen, welche Geschichte man erzählt, denn davon hängt vieles ab. Zum Beispiel, wie wir leben.“ Garba klopfte auf den Rand seiner leeren Kalebasse einen Adowa-Rhythmus, hörte aber abrupt wieder auf. „Wenn ich was sagen darf…“ Er warf Kayo einen Blick zu, und Kayo nickte. „Ihr Älteren schickt uns im Kreis herum. Wenn wir Fragen stellen, antwortet ihr mit einem Sprichwort. Ich möchte dazu nur eines sagen. Ja, ich bin zwar Polizist, aber ich möchte keinen Ärger machen. Ihr Leute seid in Ordnung, total in Ordnung, …“ Garba hob die Hand, als wolle er verhindern, dass jemand sprach, während er Luft holte. „Wir wollen euch helfen. Mein Freund hier neben mir, Mr Kayo, weiß das vielleicht nicht, aber unser Chef ist total verrückt. Wenn wir ihm nicht irgendwas erzählen, wird das Dorf nie zur Ruhe kommen. Ich schwöre bei meiner Mutter, dass die Polizisten euch alle hier überleben werden, ‚tschuldigung, wenn ich das so sage. Also sucht euch eine Geschichte aus, die ihr erzählen wollt.“ Nach längerem Schweigen sagte Oduro: „Über das, was ihr hier gesehen oder gehört habt, könnt ihr mit keinem reden.“ Kayo runzelte die Stirn. „Und warum nicht?“ „Als ich euch wegschickte, um diese Sache im Bambus zu verbrennen, habt ihr mit dem Rauch einen Zauber eingeatmet. Wenn ihr das, was ihr hier gesehen oder gehört habt, jemandem erzählt, der nicht aus dem Dorf ist, wird es sich anhören, als würdet ihr weinen.“ „Wenn dem so ist, warum sagt ihr uns dann nicht einfach die Wahrheit?“ Kayo war selbst überrascht, als er mit der Handfläche auf den Tisch schlug. Oduro lächelte. „Geduld.“ Er legte seine Hand auf die Kayos. „Die Zeit ist noch nicht reif dafür.“

Nii Parkes selbst sagte hierzu in Interviews:

Als Wissenschaftler weiß ich selbst, dass der Glaube an die Vernunft seine Grenzen hat – wäre das nicht so, gäbe es keine Religion, keinen Weihnachtsmann. Ich bin der Meinung, dass Mythen und Geschichten zu einer vollständigeren »Wahrheit« führen können als wissenschaftlicher Vernunftglaube allein. Wir können nicht einer Wissenschaft, deren Lehrsätze auf Leerstellen gründen, die als Konstanten bezeichnet werden, einen so hohen Stellenwert zusprechen, ja sie sogar als einziges Erklärungsmodell für die ungelösten Rätsel der Welt betrachten – dafür ist die Menschheit viel zu komplex.

Nii Parkes stellt die alte Krimi-Formel ›Wer hat’s getan?‹ auf den Kopf. ›Was ist gestorben?‹ lautet die Frage hier, und Parkes konfrontiert seinen Helden mit einer Welt, in der Wissenschaft korrumpierbar und Wunderbares möglich erscheint. Kayo soll einen Tatverlauf konstruieren, der mit den gesicherten Beweismitteln übereinstimmt, doch beim Palmweintrinken mit den Dörflern erfährt er eine Geschichte, die die Herkunft des Dings in der Hütte auf fantastische Weise erklärt.

Ulrich Baron, Der Spiegel

Geschichten, die Weisheit der Alten, die Macht der Mythen – das sind Schlüsselbegriffe in diesem Kriminalroman von Nii Parkes. Er lässt in seinem mit Wortwitz und Verve geschriebenen Buch zwei Lebenswelten kollidieren: die rasende, postkoloniale Realität des urbanen Ghana, mit ihrem Kapitalismus, der Korruption, den hilflos strampelnden Armen, arroganten Reichen und desillusionierten Rückkehrern; und die Welt der Dorfgemeinschaft, in der Tradition, Autoritäten und Magie noch lebendig sind.

Jutta Sommerbauer, Die Presse Wien

Parkes schreibt voller Humor und voller Liebe für seine Figuren und für die eigenwilligen Charaktere einer archaisch anmutenden Welt. Dabei entwickelt er seine Geschichte dramaturgisch geschickt, beschleunigt sie bis in ein vergnügliches und dabei doch auch weises Finale. So kommt ›Die Spur des Bienenfressers‹ flott, unterhaltsam und gewinnend klug daher – einfach bestens nicht nur für ein Romandebüt.

Manfred Loimeier, Mannheimer Morgen

Nii Ayikwei Parkes ist Schriftsteller, Herausgeber, soziokultureller Kommentator und Performance-Dichter. Er hat einen MA in kreativem Schreiben aus Birkbeck (University of London) und erhielt 2007 den nationalen ACRAG-Preis Ghanas für Poesie und literarische Interessensvertretung. „Die Spur des Bienenfressers” war 2010 in der engeren Auswahl des Commonwealth-Preises. Parkes Werk wurde auf italienisch, französisch, chinesisch, niederländisch, deutsch und arabisch übersetzt. Seine neuesten Gedichtbände sind die Broschüre “Ballast: a remix” (2009) und “The Makings of You” (Peepal Tree Press).

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Fotografie

Omar Victor Diop

Omar Victor Diop
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Fotos, die von Schwarzem Protest, Würde und Freiheit erzählen

Der senegalesische Fotograf Omar Victor Diop setzt die Tradition der afrikanischen Studiotradition fort und erzählt in seinen Bildern auf faszinierende Art und Weise von der Würde und Freiheit der Schwarzen, von Schwarzem Protest oder Identität und Selbstfindung der Menschen in der afrikanischen Diaspora.

Diops Debutserie Fashion 2112, The Future of Beauty, wurde 2011 in Bamako auf der panafrikanischen Austellung der afrikanischen Foto-Biennale gezeigt und erntete so viel Anerkennung, dass er aus der Kommunikationsbranche ausstieg und sich ganz der Fotografie widmete.

Fashion 2112 ist eine visuelle Projektion dessen, was unsere Standards für Schönheit und Eleganz werden könnten bis zu dem Tag, an dem Wegwerfen zum schlechten Ton gehören wird. Plastik, Papier, Metallreste, die edlen und eleganten Materialien des 22. Jahrhunderts!

Diop produziert seine Arbeiten in Serien, von denen wir euch hier drei tolle vorstellen möchten:

Liberty

Der Ton der Freiheit ist nicht der des Wehklagens, sondern der der Kontemplation, der Feierlichkeit und des Feierns.

Omar Victor Diop
Der Aba-Frauenaufstand © Omar Victor Diop (Anmerkung: Der sogenannte Aba-Frauenaufstand 1929 in Nigeria richtete sich gegen die Steuerpolitik der britischen Kolonialherrschaft.)

Auf seiner Website verortet Diop seine jüngste Fotoserie im Schwarzen Freiheitskampf. Die Erwähnung und Darstellung von Schwarzem Protest hält Diop für äußerst nötig in diesem Zusammenhang, um eine „Chronologie von Affirmationsbewegungen (Selbstbejahungsbewegungen)“, die für die Würde von Schwarzen auf der ganzen Welt begonnen wurde, fortzuführen.
Die Geschichte des Schwarzen Protestes ist reichhaltig, ob es sich nun um Sklavenaufstände, Märsche für die Emanzipation und gegen die Apartheidbewegungen, für die Unabhängigkeit oder gegen Polizeigewalt handelt. Diop will jedoch auch auf eine Verbindung zwischen den afrikanischen Gesellschaften und der afrikanischen Diaspora herstellen: selten würden Parallelen zwischen Protestbewegungen auf dem Kontinent und außerhalb davon in den Blick genommen.

Die Geschichte des Schwarzen Protestes ist reichhaltig, ob es sich nun um Sklavenaufstände, Märsche für die Emanzipation und gegen die Apartheidbewegungen, für die Unabhängigkeit oder gegen Polizeigewalt handelt. Diop will jedoch auch auf eine Verbindung zwischen den afrikanischen Gesellschaften und der afrikanischen Diaspora herstellen: selten würden Parallelen zwischen Protestbewegungen auf dem Kontinent und außerhalb davon in den Blick genommen.

Thiaroye, 1944 © Omar Victor Diop (Anmerkung: Die französischen Kolonialtruppen verübten 1944 im senegalesischen Thiaroye ein Massaker an den Tirailleurs sénégalais, senegalesischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg in Einheiten des französischen Heeres mitgekämpft hatten. Diese wehrten sich gegen korrupte und rassistische Kolonialbeamte, die ihnen nur die Hälfte der zugesagten Entschädigung zukommen lassen wollten)

Die Fotografien der Serie Liberty sind allegorisch und enthalten symbolische Elemente aus der Sprache der Blumen.

Diaspora

Identität und Selbstfindung – sowohl auf kollektiver als auch auf persönlicher Ebene – sind Themen, die im Vordergrund von Omar Victor Diops Projekt Diaspora stehen. Die fotografische Serie ist eine Reise durch die Zeit, in der weniger thematisierte Erzählungen über die Rolle der AfrikanerInnen außerhalb Afrikas vertieft und belichtet werden.

Pedro Camejo (1790-1821). Besser bekannt als „Der erste Schwarze“, war ein venezolanischer Soldat aus der patriotischen Armee während des venezolanischen Unabhängigkeitskrieges, der den Rank eines Lieutnants erreichte. Er bekam seinen Spitznamen, weil er bei jeder Schlacht in vorderster Reihe kämpfte. Er war auch der einzige Schwarze Offizier in der Armee von Simón Bolívar. © Omar Victor Diop

In dieser Serie fordert Diop die Betrachterin auf, ihre eigenen Vorstellungen von Geschichte zu überdenken. Diop begann seine Recherchen für Diaspora während eines viermonatigen Aufenthalts in Spanien, wo er in die Realität des Fremdseins eintauchte, und sich zunächst mit der europäischen Geschichte des 15. bis 19. Jahrhunderts beschäftigte.
In der barocken Malerei wurde er dabei zum Zeugen eines Erwachens von intensiven und zuvor nie dagewesenen Interaktionen zwischen Afrika und dem Rest der Welt. Anhand von Portraits herausragender AfrikanerInnen in der europäischen Geschichte setzt Diop deren Lebenswege und Vermächtnisse mit seinen eigenen in Verbindung.

Albert Badin (1747 oder 1750-1822) Adolf Ludvig Gustav Fredrik Albert Badin, geboren Couchi, auch bekannt als Badin, war ein schwedischer Hofdiener und Hofschreiber und ehemaliger Versklavter, dann Diener von Königin Luise Ulrike von Preußen und später von Prinzessin Sophie Albertine von Schweden. Obwohl sein Name Couchi war, wurde er Badin genannt, was soviel heißt wie Unruhestifter oder Betrüger. © Omar Victor Diop

Diop verwendet in seinen Fotografien Hinweise aus der Welt des Sports, insbesondere des Fußballs, um auf die Dualität eines Lebens in Ruhm und Ehre bei gleichzeitiger dauerhafter Konfrontation mit der eigenen „Andersartigkeit“ hinzuweisen. Paradoxe, auf die er dabei stößt, haben in seinen Augen die Männer auf den Portraits und heutige Profifußballer in Europa gemeinsam.

August Sabac el Cher (1836-1885) war einer der ersten Afrodeutschen. Er wurde als Kind an Prinz Albert von Preußen „verschenkt“, als dieser in Ägypten zu Besuch war. August wurde als Preuße erzogen und heiratete eine Weiße Frau. Die Nachkommen der Familie Sabac el Cher dienten in drei deutschen Armeen: unter dem Kaiser, unter Hitler und unter Adenauer. © Omar Victor Diop

Re-Mixing Hollywood

Eine weitere tolle Serie von Diop und seinem Kollegen Antoine Tempé ist Re-mixing Hollywood, in der sie weltberühmten Bildern aus Hollywood ein afrikanisches Remake verpassen.

 

Kino ist wahrscheinlich die universellste Form der Kunst, da es alle Barrieren, seien sie geografischer, kultureller oder ethnischer Natur, überwindet. Große Filme der Vergangenheit und der Gegenwart zeigen ikonische Szenen, die die Popkulturen sehr unterschiedlicher Gesellschaften enorm beeinflusst haben. Afrikanische Großstädte waren davon nicht ausgenommen.

Omar Victor Diop
Frida © Omar Victor Diop

Viele der Motive sind sofort wiederzuerkennen, nur zeigen sie Modelle aus Dakar und Abidjan, wo die Fotos in Hotels aufgenommen wurden.

Ein Hotel ist eine Schnittstelle, an der Kulturen und Herkünfte aus der ganzen Welt nebeneinander existieren und in einem ständigen Kreislauf von Neuerfindungen und Neuinterpretationen miteinander verschmelzen. Das ist die Essenz dieses Projekts. Die Künstler wollten den Zauber eines guten Films feiern, die Art und Weise, wie er es dem Zuschauer ermöglicht, sich mit einer Handlung, einem Schauspieler, unabhängig von seiner Herkunft und dem Ort, an dem sich die Geschichte abspielt, in Beziehung zu setzen.

Omar Victor Diop

Hier geht es zur Website des Künstlers.

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Literatur

Der dunkle Fluss

Der dunkle Fluss
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Eine poetisch feinfühlige Allegorie auf einen von Gewalt heimgesuchten Ort

Benjamin und seine drei Brüder sind kluge, abenteuerlustige Kinder, die durch die Straßen ihres Heimatortes im Westen Nigerias ziehen und sich mit Spielereien und viel Fantasie die Zeit vertreiben. Solange ihr Vater im Haus ist und streng über sie wacht, haben sie eine geordnete und glückliche Kindheit. Als das Familienoberhaupt jedoch zum Arbeiten in eine andere Stadt versetzt wird, befreien sich die vier Jungen aus den väterlichen Fesseln und erkunden als Fischer einen verbotenen, gefährlichen Fluss am Rande der Stadt. Die Fische, die sie dort fangen, sind Vorboten der epischen Tragödie, die sich fortan entfaltet.

Der Omi-Ala war ein grausamer Fluss. Lange Zeit war er von den Bewohnern Akures vergessen worden, wie eine Mutter, die von ihren Kindern verlassen wird. Früher einmal war er ein klarer Fluss gewesen, der die ersten Siedler mit Fisch und sauberem Trinkwasser versorgte. Wie viele andere Flüsse in Afrika hielten die Menschen den Omi-Ala für einen Gott und beteten ihn an. Sie errichteten Gedenkstätten in seinem Namen und bemühten sich um die Gunst und den Rat Yemayás, Oshas, von Meerjungfrauen und anderen Wassergeistern und Göttern. Das änderte sich, als die Kolonialisten aus Europa kamen und die Bibel einführten und die zu Christen bekehrten Anhänger Omi-Alas sich von ihm abwendeten und ihn fortan als Wiege des Bösen betrachteten.Und so wurde er zur Quelle düsterer Gerüchte. Unter anderem hieß es, an seinen Ufern würden seltsame Rituale begangen. Die Rede war von Leichen, Tierkadavern und anderen Opfergaben, die auf dem Fluss trieben oder an seinen Ufern lagen.

Wir wussten, dass unsere Eltern uns schwer bestrafen würden, sollten sie jemals dahinterkommen, dass wir zum Fluss gingen. Trotzdem machten wir uns keine Gedanken darüber, bis eine Erdnussverkäuferin aus der Nachbarschaft uns auf dem Weg dorthin entdeckte und Mutter davon berichtete. Das war Ende Februar, und wir waren seit fast sechs Wochen am Fischen. An diesem Tag hatte Solomon einen großen Fisch geangelt. Wir sprangen auf, sahen zu, wie er sich am Haken wand, und stimmten das Fischerlied an, das Solomon sich ausgedacht hatte und das wir immer in Momenten wie diesen sangen.Es war die abgewandelte Version eines bekannten Liedes, gesungen von der ehebrecherischen Frau von Pastor Ishawuru – der Hauptfigur der in Akure damals beliebtesten christlichen Fernsehserie 'The Ultimate Power' –, nachdem sie für ihre Sünde verbannt worden war. Solomon hatte zwar die Idee dazu gehabt, aber die Vorschläge für den Text kamen eigentlich von uns allen. Boja zum Beispiel änderte 'Wir haben dich erwischt' in 'Die Fischer haben dich erwischt' um. Wir ersetzten die Kraft Gottes, sie vor den Versuchungen des Teufels zu bewahren, durch unsere Kraft, einen Fisch zu fangen und nicht entwischen zu lassen. Wir hatten so viel Spaß mit dem Lied, dass wir es manchmal sogar zu Hause oder in der Schule summten.

Das vielbeachtete Debut des in den USA lebenden Nigerianers Chigozie Obiama sollte man unbedingt lesen. Obiama erschafft vor der düsteren Kulisse einer bösen Prophezeiung und eines Strudels der Gewalt eine poetische und wunderschön komponierte Geschichte über Loyalität, geschwisterliche Liebe, Verlust und Trauer, Heilung und Gemeinschaft.

Das Buch wurde in 26 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem stand es auf der Shortlist für den Man Booker Prize. Zahlreiche Medien weltweit wählten das Buch auf ihre jeweiligen Bestenlisten des Jahres 2015, darunter das Wall Street Journal und die New York Times. Die Deutsche Welle führte es im April 2015 als Buchempfehlung des Monats und der Guardian nannte Der dunkle Fluss mit Abstand den besten Debütroman 2015.

Obioma wurde 1986 in Akure in Nigeria geboren. Wenn euch interessiert, wie er über sein eigenes Buch spricht, guckt euch das Interview mit ihm auf TVC Africa an:

Darin sagt er unter anderem, dass die Geschichte Der dunkle Fluss auch eine Metapher für die Kolonisierung Afrikas ist:

Zu Beginn des Romans hatten die Jungs Ambitionen. Obembe zum Beispiel wollte Anwalt werden, bis der Verrückte ins Spiel kam. Es ist also eine Metapher dafür, was passiert, wenn eine äußere Kraft von außen kommt und die Einigkeit stört.

In einem Artikel in der New York Times erzählt Obioma, wie er über das Geschichtenerzählen seines Vaters zum Lesen kam:

Mein Vater war ein begnadeter Geschichtenerzähler. Im Krankenhaus erzählte er mir die eine oder andere Geschichte, oder, wenn er nicht zu müde war, manchmal auf mein Bitten hin auch viele. Ich versuchte, mir die Welten vorzustellen, die sich durch seine sorgfältig gewählten Worte entfalteten. Wenn er zum Beispiel die Geschichte des ersten weißen Mannes erzählte, der auf dem Fahrrad in Igboland ankam, gab er Fahrradgeräusche von sich, stampfte mit den Füßen und keuchte. Er verlieh diesen Geräuschen so viel Angst, so viel Bedeutung, dass mir noch Tage danach lebhafte Bilder in Erinnerung blieben. Diese Momente waren so fesselnd, dass ich manchmal den Wunsch hatte, meinen Krankenhausaufenthalt zu verlängern.

Die Website des Autors findet ihr unter chigozieobioma.com

Dort findet ihr auch Informationen über seinen 2019 erschienenen Roman „Orchestra of Minorities“. Für diejenigen, die Englisch können, ist auch Obiomas Stadtporträt von Lagos im Guardian sehr lesenswert:

The Guardian

Booker prize nominee Chigozie Obioma loves Lagos, but shares the centuries-old fear that it may ‘spoil’. With 2,000 new people arriving every day, the city faces its toughest challenge yet

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Verschiedenes

Africa Riding

Africa Riding

Africa Riding auf ARTE porträtiert die Community der „Riders“: unkonventionelle junge Afrikaner:innen, die sich für eine neue kulturelle und soziale Ordnung einsetzen. Von Ghana bis Ruanda, von Senegal bis nach Uganda – die Rider nehmen uns mit zu ihren „Playgrounds“: ramponierte Gehwege, verlassene Plätze, holprige Straßen oder versandete Pisten… Die vielen Hindernisse machen aus diesen Freigeistern wahre Krieger – auf dem Asphalt und im Leben.

Jackson ist der Vater des Skatesports im Osten Afrikas. 2005, als er sich noch kaum auf einem Brett halten konnte, baute er eine Rampe inmitten der Zuckerrohrplantage seiner Mutter im Slum Kitintale in Kampala. Heute ist der Skatepark Garant für sozialen Frieden, zieht die Jugendlichen der Umgebung und darüber hinaus an und stärkt so die sozialen Bindungen in der Gesellschaft.

Ibrahim ist nie ohne sein BMX-Rad unterwegs, das er aus Teilen von verschiedenen Märkten Kampalas zusammengebaut hat. Sein Lieblingsgelände ist der freie Platz hinter dem ugandischen Parlament. Ein symbolisches Augenzwinkern, damit seine Stimme gehört wird – die einer Jugend, die in einem Land mit eingeschränkter Redefreiheit mehr Rechte einfordert.

Kigali ist kein Hotspot für Rollerskater – noch nicht zumindest. Hier gibt es keine Halfpipes und keine Sprayer. Der Sport ist hier noch völlig unbekannt – und daher bietet auch ein Rollerskater wie Abdul Karim Habyarimana einen sehr seltenen Anblick. Vor allem, wenn er bei seinen akrobatischen Schussfahrten auf offener Straße ganz lässig die Autos überholt. Für Karim spielt sich das Leben auf acht Rollen ab: eine Einstellung, die er auch dem Rollerskating-Nachwuchs näherbringen will.

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Kenya, let’s dance

Kenya, let's dance
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Balletttänzerinnen in Kibera, Nairobi

Das Viertel Kibera liegt am Rande der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Es ist vor allem für den schwierigen Lebensbedingungen seiner Einwohner:innen bekannt: Schulabbrüche, Schwangerschaften bei Minderjährigen, Vergewaltigungen und finanzielle Schwierigkeiten gehören zum Alltag. Dass es in Kibera eine lebendige Kulturszene gibt, darüber wird seltener gesprochen. Dazu gehören zum Beispiel Ballettkurse, die von vielen Jugendlichen gern angenommen werden. Die folgende Reportage hat die Kurse besucht und Jungen und Mädchen getroffen, die fest daran glauben, durch das Tanzen der Armut ihrer Elternhäuser entfliehen zu können.

Die sechszehnjährige Elsy lebt mit ihrer Mutter und den beiden Geschwistern auf engstem Raum. Das Dach tropft, und die Wände sind so dünn, dass man jedes Gespräch der Nachbarn mithört. Etwa 300.000 Menschen leben in Kibera unter ähnlichen Bedingungen. Elsy möchte dieser Lebenssituation entkommen. Und sie weiß auch schon, wie: durch Ballett. Mit acht Jahren kam sie erstmals damit in Berührung. Anfangs konnte sie wenig mit der langsamen westlichen Musik, die sich so sehr von den afrikanischen Rhythmen unterscheidet, anfangen. Heute aber liebt Elsy Ballett. Initiiert werden die Kurse von zwei Organisationen, die sich zum Ziel gesetzt haben, vor allem Kindern und Jugendlichen mittels Kunst einen Ausweg aus dem harten Alltag zu bieten. Neben Ballett gibt es Kurse für Theater, Akrobatik, Gesang und Kunsthandwerk. Doch das Geld ist knapp und die Angebote begrenzt. Außerdem fehlen geeignete Trainingsmöglichkeiten. So engagiert sich Elsy zum einen in Spendenauftritten dafür, Geld für weitere Kurse zu sammeln. Zum anderen verfolgt sie ihren persönlichen Traum. Denn sie weiß, dass es am Ende nur die Besten schaffen werden.

Hier geht es zur Website der Organisation, die Kunstprojekte für Kinder in Kenia und Malawi organisiert.

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Verschiedenes

The NEST Collective

The NEST Collective
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Ein multidisziplinäres Künstler:innen Kollektiv aus Nairobi

Wir hatten sehr viel Glück, haben einige coole Preise gewonnen, sind um die Welt gereist und haben die bezauberndsten Leute getroffen und mit ihnen zusammengearbeitet.

The NEST Collective

Heute wollen wir euch das NEST Kollektiv vorstellen, eine multidisziplinäre Gruppe, die sich 2012 in Nairobi zusammengetan hat und seitdem wirklich interessante Arbeiten in den Bereichen Film, Musik, Mode, bildende Kunst und Literatur produziert.

Die NEST Leute haben auch den ersten kreativen Geschäftsfonds auf dem afrikanischen Kontinent, HEVA-AFRICA, gegründet, der kreativen UnternehmerInnen aus Ostafrika finanziell das Leben erleichtern soll.

Für seine Arbeit hat das Kollektiv zahlreiche Preise abgeräumt, zum Beispiel für den queeren Anthologiefilm „Stories of our Lives“, der in über 80 Ländern gezeigt wurde.

Auf ihrer Website thisisthenest.com sagen die Mitglieder selber über ihre Arbeiten, dass sie als Interventionen gedacht sind, die das Publikum über mehrere Einstiegs- und Reflexionspunkte ansprechen und so eine nuancierte Betrachtung, Diskussion und Debatte der aufgeworfenen Fragen ermöglichen und gleichzeitig den ästhetischen und künstlerischen Wert fördern“ sollen. Dabei beziehen sie sich „am stärksten auf die städtischen und zeitgenössischen Erfahrungen Afrikas und machen dies zu unserem wichtigsten Bezugspunkt für die Erforschung unserer Geschichte und für Überlegungen über mögliche Zukünfte. Während unsere Arbeit oft auf globale Themen reagiert und sich der damit verbundenen Zusammenhänge bewusst ist, wenden wir uns in erster Linie an junge kenianische Männer und Frauen und sind begeistert, wenn die Arbeit ein anderes Publikum ebenfalls anspricht.“

Worüber wir sehr gelacht haben, ist ein kurzes Video, das den Hype um Afrofuturismus und dessen Beliebtheit auf dem amerikanischen Kunstmarkt aufs Korn nimmt. Es ist Teil der Kurzfilmserie „We need Prayers“, die der Stadt Nairobi gewidmet ist und die Dysfunktionalität, mit der viele ihrer BürgerInnen tagtäglich konfrontiert sind, zum Beispiel bei Valentinsdates in teuren Restaurants, im Umgang mit Investmentgesellschaften oder am Krankenbett eines Verwandten mit der zänkischen Familie.

Auch sehr, sehr sehenswert ist Tuko Macho, eine vom Kollektiv geschaffene interaktive Krimiserie, die auf youtube frei verfügbar ist und als eine der besten afrikanischen Fernsehserien gilt. Hier ist mal die erste Episode:

Das Foto im Header ist aus der Reihe „When we are/ when we are not“, in der das Kollektiv das „Schwarze Schweigen und die Stille“ erforscht.

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Sophie: a story of discovery

Sophie: a story of discovery
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Ein Modekurzfilm mit Ajak Deng

Heute wollen wir euch nur ganz kurz diesen eben kurzen Modefilm von David Todd McCarty und Claudio Kuhn vorstellen, mit der berühmten und wunderbaren Ajak Deng in der Hauptrolle.

https://www.instagram.com/ajakdengcom/

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Mode & Design

This Hair of mine

This Hair of mine
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Serie: Über die Schönheit von Afrohaar

Man kommuniziert mit Haaren. Ich möchte, dass sich Leute diesen Film anschauen und danach darüber nachdenken, was Schönheit bedeutet, was es als schön gilt und akzeptieren, dass schön vieles bedeuten kann. Und die Frauen in dem Film sind eben ein Aspekt in dem Spektrum.

Cyndia Harvey für Vice

In diesem sehr persönlichen und berührenden Videoprojekt von Nataal zeigt die in Jamaika geborene Künstlerin Cyndia Harvey, wie schön natürliches Afrohaar ist. Sie lässt Frauen aus der afrikansichen Diaspora über ihre afrikanischen Wurzeln sprechen und Sie interpretiert die traditionellen Frisuren der Communities, aus denen die Vorfahren der Frauen stammen neu, um die Schönheit und Vielfalt Schwarzer Frauen und ihres Haares zu feiern.

In dem gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Klima ist es sehr wichtig, dass man alles in seiner Macht stehende macht, egal wie groß oder klein es auch erscheinen mag. Wir müssen jede Stimme und jede Plattform nutzen, die wir haben, um die Sichtbarkeit von jeder marginalisierten Gruppe zu verbessern.

Unter der Regie von Akinola Davies Jr. und produziert von PC Williams trägt This Hair Of Mine zur dringend benötigten Sichtbarkeit von Afro-Haar bei und ehrt gleichzeitig die Traditionen und Rituale, die in die Textur von schwarzem Haar eingewoben sind.

Afrohaar war und ist ein politisches Thema. Zum weiterlesen und weiterschauen:

https://editionf.com/afrohaar-ist-politisch/

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Mode & Design

Die Sapeurs – Kongo Dandies

Die Sapeurs
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Dandies im Kongo

Die SAPE ist nicht gleichbedeutend mit teurer Kleidung. Nein, es geht um Farbkombinationen. Es ist eine Schule.

Die Republik Kongo in Zentralafrika kann sich nicht mit einem hohen Lebensstandard rühmen. Dennoch gibt es hier Männer, die bereit sind, ein Vermögen für Designer-Anzüge auszugeben. Sie nennen sich selbst “Sapeurs” – Mitglieder der “La Sape”-Bewegung. “La Sape” kommt aus dem Französischen und steht für “Die Gesellschaft der Stimmungsmacher und Eleganten”. Für ihre Anhänger geht es um Stil und Eleganz, um die richtige Kombination von Farben und Texturen, um Markennamen und um die hochwertigsten Materialien. Sie haben wahre Freude daran, ihre Kleidung auf den Straßen von Brazzaville – der Hauptstadt des Landes und dem Zentrum der “La Sape”-Bewegung – zu zeigen. Wenn sie durch die staubigen Straßen gehen und bewundert werden, fühlen sie sich wie Könige. Und es gibt keinen Preis, den sie dafür nicht bezahlen würden.

Die folgende Doku gibt einen Einblick in das Leben und die Überzeugungen der Männer:

Hinter dem Bild des Erfolgs, das diese Dandys vermitteln, verbergen sich oft Geschichten über erhebliche finanzielle Schwierigkeiten, die durch ihr extravagantes Hobby verursacht werden. Um sich die Marken ihrer Designerkleidung leisten zu können, müssen die “Sapeurs” sparen, sich Geld leihen und sogar stehlen, was ihre Familien manchmal in den Ruin treibt. Aber selbst die düsteren Folgen ihrer nachsichtigen Kleidungsgewohnheiten halten die Sapeurs oft nicht davon ab, Geld auszugeben, das sie nicht wirklich haben. Sie stehen in ständigem Wettbewerb miteinander, und es ist ihnen wichtiger, in ihr Image zu investieren als ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Sich schick zu kleiden, wird zu einer echten Sucht, die nur schwer zu überwinden ist.

Einige Sapeurs bemühen sich aber um ein Gleichgewicht zwischen schickem Aussehen und vernünftigem Umgang mit ihren Ausgaben. Sie bestehen darauf, dass es bei der “La Sape”-Bewegung nicht um Designeranzüge geht, sondern um die Entwicklung eines tadellosen Geschmacks. Sie legen Wert darauf, dass man lernt, sich gut zu kleiden – im Rahmen der eigenen Möglichkeiten.

Ihren heutigen Ursprung hat die Bewegung der Sapeurs in den frühen 1920er Jahren. Sie ist eng an die französische Kolonisation des Kongobeckens gekoppelt. Als Begründer der Bewegung gilt Grenard André Matsoua, der nach einem längeren Aufenthalt in Europa in einem eleganten westlichen Anzug zurückkehrte und einen neuen Kleidungsstil samt entsprechenden Tugenden propagierte, der im Gegensatz zur Garderobe seiner Landsleute stand. Ab Mitte der 1960er Jahre entwickelte sich die modische Eigenart der Bewegung zu einer Art politischem Widerstand gegen die nach Ende der Kolonialzeit eintretenden politischen Dogmen.

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