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programm 2021

Sie wäre König

Roman

1831: Im westafrikanischen Lai wird die rothaarige Gbessa von ihrer Dorfgemeinschaft verstoßen, weil sie eine Hexe sein soll. Auf einer Plantage in Virginia muss der junge Sklave June Dey die Flucht antreten, da in ihm eine Kraft steckt, die die Aufseher in Angst und Schrecken versetzt. In den Blue Mountains von Jamaika kann Norman Aragon auf magische Weise den Fängen seines gewalttätigen Vaters entkommen, der ihn für Forschungsexperimente nach Europa schicken will.
Als sich die Wege der drei an der Küste Westafrikas kreuzen, erkennen sie schnell, dass sie verflucht sind – oder einzigartig begabt. Gemeinsam beschützen sie die Schwachen und Verletzlichen inmitten der zunehmenden Spannungen zwischen amerikanischen Siedlern, französischen Sklavenfängern und einheimischen Gruppen in der künftigen Republik Liberia.

Aus dem Englischen von Thomas Brückner

In ihrem überwältigenden Debüt erzählt Wayétu Moore die turbulente und dramatische Geschichte Liberias. Mit großer Gelassenheit und Lyrik fängt sie die epische Dimension der Gründung einer Nation ein und erforscht Themen wie Gemeinschaft, Loyalität und die komplexen Bande, die die afrikanische Diaspora verbinden. Ihr ist ein kraftvoller und zugleich zärtlicher Roman gelungen, in dem sie die Geschichte des Widerstandes gegen Versklavung und koloniale Gewalt reimaginiert.

Wayétu Moore über mündliche Geschichtssprechung

Wayétu Moore

Wayétu Moore (geboren 1985) ist eine liberianisch-amerikanische Autorin und Sozialunternehmerin. 2019 wurde ihr ein Lannan Literary Fellowship für Belletristik verliehen. Im Jahr 2011 gründete Moore einen Verlag und eine gemeinnützige Organisation, One Moore Book, die Bücher für Kinder in literarisch unterrepräsentierten Ländern veröffentlicht und vertreibt. Ihr Debütroman She would be King erscheint im Herbst 2021 auf deutsch bei Akono.

In diesem Roman werden Menschen einige Male mit dem N-Wort bezeichnet. Es handelt sich hierbei um Figurenrede: Literarische Figuren äußern sich abwertend über Figuren anderer Hautfarbe. Es handelt sich um Situationen, die im historischen und thematischen Kontext zu betrachten und einzuordnen sind. Verlag wie Übersetzer ist bewusst, dass es sich hierbei um diffamierende Begriffe handelt. Die Verwendung und unverfälschte Übersetzung entspricht dem Wunsch der Autorin und wurde gewählt, um die Charakterisierung der Figuren und ihres Umgangs miteinander darzustellen sowie die Gewalt, die Schwarzen Menschen im betreffenden historischen Kontext beigefügt wurde.

Bronwyn Law-Viljoen

Der Nachlass des Grafikers

Roman

“Ich halte den Bleistift über dem Papier und stelle mir Thea im Flur vor: schwarzes Haar, schwarze Augen. Feine klare Linien, die sich mir wie von einer Angelrolle entgegenwerfen. Ich denke darüber nach, sie wieder zu zeichnen. Ich habe sie immer gezeichnet und sie hat sich nie dazu geäußert. Als würde sie gar nicht sehen oder sehen wollen, dass sie es ist, oder als ob es sie nicht sonderlich interessiert, wen ich zeichne. Wie soll ich sie dieses Mal aufs Papier bringen?”

Als der einsam lebende Grafiker March stirbt, hinterlässt er seiner Freundin Thea abertausende Radierungen und Zeichnungen, die er über die Jahre in seinem Haus angehäuft hat. Überfordert von der Aufgabe, Marchs Werke archivieren und der Welt zugänglich machen zu wollen, sucht sie die Unterstützung einer Kuratorin. Was hat March angetrieben, vier Jahrzehnte lang Kunst zu machen, und warum hat er seine Drucke nie jemandem gezeigt?

Aus dem Englischen von Cathrin Neufeldt

Erscheinungsdatum: 30. November 2021

 

Bronwyn Law-Viljoen

Bronwyn Law-Viljoen ist Dozentin und Leiterin des Fachbereichs Kreatives Schreiben an der University of the Witwatersrand und Herausgeberin und Mitbegründerin von Fourthwall Books. Als Fulbright-Stipendiatin promovierte sie 2003 in Literatur an der New York University. Sie hat an vielen Büchern über Kunst, Design und Architektur in Südafrika mitgewirkt und diese herausgegeben.

Der Nachlass des Grafikers ist ihr Debütroman.

Samuel Osaze

Der falsche Mond von Yenagoa

Gedichte dt/engl

Erscheinungsdatum: 12.November 2021

Der falsche Mond von Yenagoa ist Samuel Osazes emotionale und bisweilen bittere Auseinandersetzung mit der Politik und Gesellschaft seiner Heimat Nigeria. Wortgewaltig und mit eindringlichem Rhythmus betrauert er die Zerstörung der Natur, die Gier nach dem schwarzen Gold und kritisiert Polizeigewalt und Korruption. Vor allem aber ist seine Lyrik ein Klagelied für die Jugend Nigerias, die chancenlos in ein Leben voller Ausbeutung entlassen wird. Doch Osazes Gedichte erspüren auch die Kraft des Aufbruchs, des Widerstands und der Hoffnung und erzählen von seiner Kindheit in Esanland, von Freundschaft, Liebe und Tradition.

Aus dem Englischen von Andrea Jeska

Samuel Osaze

Samuel Osaze ist freier Journalist, Medienberater und Festivalleiter beim Lagos Book and Art Festival. 2019 war er residierender Künstler am Salamanca Arts Centre in Australien. Osaze ist Menschenrechtsaktivist und setzt sich für Meinungsfreiheit, die Förderung der Lesekultur in Nigeria und für die Erhaltung des kulturellen Erbes der Esan ein. Er lebt in Lagos. Im Jahr 2016 schloss er sich Menschenrechtsaktivist:innen an, die für die Freilassung des Performance-Künstlers Jelili Atiku kämpften.

verlag

Der akono Verlag aus Leipzig bietet afrikanischen Schriftsteller:innen ein literarisches Zuhause, die in ihren Werken von zeitgenössischen afrikanischen Identitäten und Lebenswelten erzählen, die Vergangenheit ihrer Länder und Gemeinschaften neu bearbeiten und herausragende Prosa und Poesie schreiben.
akono ist außerdem Herausgeber eines Onlinemagazins für die Übersetzung und Darstellung der Arbeit von jungen afrikanischen Kreativen. Das afro-positive Kulturmagazin zeigt ihre Perspektiven, Stile und Geschichten und würdigt die ästhetischen Ausdrucksformen globaler afrikanischer Kreativität in Literatur, Fotografie, Mode, Design, Musik und Film.
akono fühlt sich der Afro-Bubblegum Ästhetik nahe, das heißt es schafft einen Raum für Repräsentationen von Afrika, die auch selbstbestimmt, fröhlich und unbeschwert sind.

Zeitgenössische Schriftsteller:innen aus afrikanischen Ländern und der Diaspora haben ihre eigene Stimme, ihre eigene Sprache und ihre eigene, sachkundige Perspektive beim Erzählen von Geschichten, die sich auf Afrika beziehen. Der akono Verlag möchte diese Erzähler:innen zu Wort kommen lassen und ihre Geschichten in Deutschland verbreiten.

Bild: Marcel Noack

Jona Elisa Krützfeld

wohnt in Leipzig und ist studierte Kulturwissenschaftlerin, dekoloniale Aktivistin und Gründerin von akono.

Im Bereich der Literaturen Afrikas interessiert sie sich besonders für Orature, historische Fiktion, Weiblichkeit und Feminismus und Erzählungen mit politischer und philosophischer Botschaft.

Als Verlegerin legt sie Wert auf persönliche Verbindungen, Integrität und hochwertige, liebevolle Buchgestaltung.

kontakt

akono Verlag Leipzig

Jona Elisa Krützfeld
Lützner Straße 7
D-04177 Leipzig
tel. +49 1575 9195160
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