Im ersten Kapitel des Buches, Inherited Memory, untersucht Putuma generationsübergreifende Themen in Gedichten, die sich mit schwarzer Kindheit und Gemeinschaft befassen.
In Hand-Me-Downs, einem der ergreifendsten Gedichte des Kapitels, überreicht Putuma uns Zeilen, die vor Zuneigung zum schwarzen Leben nur so sprühen. Sie schreibt: „Ich habe eine Abstammung von Hand-Me-Downs geerbt/ Das hat mich zu einer Mechanikerin und Magierin gemacht“, und später verrät sie nostalgisch, dass sie „[aus] einer Abstammung von Geliehenem und Geborgtem stammt/ Der Zucker des Nachbarn war ein offenes Glas ohne Schuldeneintreiber“.
Die Gedichte in Inherited Memory sind mehr als nur eine Feier des Schwarzen Gemeinschaftslebens, sie rekonfigurieren auf subtile Weise die Bedeutung von Reichtum und wehren sich so gegen Erzählungen, die das Leben der Schwarzen als arm, beschädigt und letztlich entbehrlich darstellen.
Das zweite Kapitel des Buches, Buried Memory (Begrabene Erinnerung), ist eine trügerisch ruhige Erkundung der Trauer. Mit Titeln, die auf die räumliche Durchdringung der Trauer hinweisen – In der Kirche, Auf dem Friedhof, Online, In der Öffentlichkeit, In der Küche -, versuchen die Gedichte unbeirrt, die Auswirkungen sowohl persönlicher als auch historischer Traumata aufzudecken. Hier fängt Putuma ein Gefühl der kollektiven Wut ein, das unter der Oberfläche einer zutiefst traumatisierten Gesellschaft brodelt, und hebt es hervor, wie in Indulgence, wo sie fragt „Mutter, lehre deine Tochter, dass ein Kummer, der sich mitten auf einer belebten Autobahn entlädt, kein Wahnsinn ist.“
Aber es ist das letzte Kapitel von Collective Amnesia, Postmemory, in dem der Leser das ganze Gewicht von Putumas Wut und ihrer Leidenschaft spürt. In diesem Kapitel krempelt Koleka wirklich die Ärmel hoch und packt die dunklen und schwierigen Fragen an, die die Vergangenheit bei so vielen von uns hinterlassen hat.
Hier entfesselt sie ihr Feuer auf Themen wie Gewalt und Homophobie in Memoirs of a Slave & Queer Person, Patriarchat in revolutionären Bewegungen in On Black Solidarity, geschlechtsspezifische Gewalt in Oh Dear God, Please! Not Another Rape Poem und über den Zustand der Rassenbeziehungen nach der Apartheid in ihrem bekannten und 2016 mit dem PEN South Africa Student Writing Prize ausgezeichneten Gedicht Water.